English Version


"STOP THE ROT - TOUR 2004''
unterwegs mit TV in Austria & Slovakia

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Dienstag, 5.10.04

Steff und ich sitzen bei Lotte im Auto auf'm Weg nach Wien. PamP und AnnDee sind gestern gefahren und haben schon mal die erste Nacht bei unseren guten alten Freunden, Graphikern, Managern usw. in Österreich, Max & Babsi, verbracht. Wir werden dort auch ein paar Nächte einquartiert. Gut wieder un-terwegs zu sein. Waren viel im Studio, die ersten Tracks fürs neue Album einspielen. Wir sollen so gegen 17.00 h im Chelsea in Wien sein. Liegen ganz gut in der Zeit. So 100 km vor Wien ruft mich PamP an. Soundcheck doch nicht vor 18.00 h. Wir machen noch 'nen kleinen Zwischenstop. Kommen dann relativ pünktlich in Wien an. Finden auch den Lerchenfelder-gürtel ziemlich schnell. Ich sehe den Weberknecht (Kneipe in der wir auf Max & Babsi's Hochzeit vor zwei Jahren spielten). Das Chelsea soll genau gegenüber sein. Es sind nur zwei parallele Hauptstraßen in entgegensetzter Fahrtrichtung. Das Chelsea befindet sich in den U-Bahn Bögen direkt dazwischen. Müssen einige Male hin- und her fahren bis wir die Einfahrt dorthin entdecken. Wir halten vor dem Eingang und laden aus. Lotte parkt anschließend etwas weiter weg und bekommt dort in der Nacht natürlich noch a Bickerl (Strafzettel). Ganz nette lo-cation das Chelsea. Begrüßen erstmal die anderen. Schön TV wieder zu sehen. Er erzählt mir, dass der Sommer gig-mäßig auch ziemlich ruhig für ihn war. Dann sehe Ich Kerni von Skep-tic Eleptic, unseren Booker, Promoter und Tourbusfahrer vor Ort. Wir werden mit seinem VW-Bus die nächsten Tage unter-wegs sein. Hoffe nur, daß wir unser Equipment ganz unterbrin-gen werden. Aufbau, Soundcheck usw. geht ganz fix. Wir fah-ren dann zusammen mit Kernis Bus zu 'nem asiatisch, vegeta-rischen Restaurant. Nennt sich Vegetasia und soll so eine Art Kette mit 6 oder 7 verschiedenen Lokalen in Wien sein. Ganz o.K. Ich finds nur etwas eigenartig vegetarisches Essen mit ir-gendwelchen Fleischgerichten zu betiteln. Hier gibt's von der "Peking-Ente" bis zum "Aal" irgendwie Alles. Da wir doch zu zehnt am Tisch sitzen dauerts dann auch entsprechend lang, bis das Essen kommt. Es ist glaub ich schon nach 21.00 h. Wir sollen um 22.00 h loslegen ... Ich ess nicht mal die Hälfte. "Nudel nich gut?", fragt mich die asiatische Bedienung. Alles bestens, kann nur nicht mit vollem Magen auf die Bühne. Ziemlich hektisch dann. Sollen unbedingt pünktlich anfangen. Der Club ist recht gut besucht. Wir spielen unser Set, so 45 min. Dann wie immer TV solo und anschließend mit uns zusammen. Wir machen zum ersten mal "ready for the axe to drop". Klappt ganz gut. Sind alle recht zufrieden. Kerni schafft es dann auch tatsächlich unser Zeug komplett im Bus zu verstauen. Wir wer-den bei Max untergebracht, Tim bei Kerni. Am nächsten Tag geht's dann weiter nach Graz.

     

Mittwoch, 6.10.04

Wir können uns genügend Zeit lassen, gemütlich frühstücken usw.. Ist ja nicht allzu weit von Wien aus. Kerni und Tim holen uns nachmittags ab. Mit unseren Klamotten wird's dann doch ganz schön eng im Bus. Aber natürlich besser als mit zwei Au-tos unterwegs zu sein. Wir fahren noch bei Max im Büro vorbei. Können dort unsere Autos die nächsten Tage stehen lassen. Es gibt noch Kaffee, dann Abfahrt. Kerni hat ganz angenehemen Sound im CD-Wechsler. Die Sonne knallt rein. Verdammt heiß für Oktober. War's auch gestern bei der Anfahrt schon. Sind recht bald am Ziel. Das Juz Explosiv macht einen ganz positi-ven Eindruck. Nette Leute vor Ort. Backstage direkt hinter der Bühne. Gute P.A. Heute mit local support. Spaßige Truppe. Leider kommen nicht ganz so viele Leute. Lari und Sandra aus Graz sind natürlich anwesend. Ziemlich treue Fans. Waren in Wien auch schon da. Fetter Sound auf der Bühne dann. Wir haben somit doch ziemlichen Spaß. Mehr Druck als gestern. Macht wirklich Laune. TV solo. Wir halten uns mit der Vorband Backstage auf. Die sind alkohol-technisch mittlererweile ganz gut im Rennen. Der Drummer ist seltsamerweise vom Bayri-schen ziemlich angetan. Wiederholt immer wieder "mia sauf ma wia di lecha und sechzga fans samma a". Lacht sich kaputt ... wenn er meint ... , find's aber ehrlich gesagt auch ganz amü-sant. Wir spielen das Set mit Tim. Rockt. Etwas erledigt dann, aber ganz zufrieden. Hatten ausgemacht, daß wir nach'm Gig essen. War uns allen eigentlich lieber als vorher. Haut dann aber irgendwie nicht mehr so ganz hin. Unser Gastgeber nimmt Tiefkühlpizzen mit zum Nachtquartier und los geht die Fahrt zur etwas außerhalb liegenden Privatpension, in der es dann doch erstmal recht kühl ist, ... aber na gut, das heißt so schnell wie möglich müde trinken. Steff steht in voller Montur mit Schal und Bommelmütze, mitten im Raum und legt schon mal los. Ziem-lich cooles Bild. Die aufgewärmten Pizzen werden uns nach-einander "serviert". Lecker. Labern noch 'ne ganze Weile irgend 'nen Blödsinn und legen uns ab.

       

Donnerstag, 7.10.04

Am nächsten Morgen Frühstück auf'm Balkon. Super Wetter wieder. Tim taucht auf. Wir erfahren, dass das winzige Zimmer in dem er untergebracht war zum Brutkasten wurde als mor-gens die Sonne drauf knallte. Noch dazu wurde er von so 'nem Hippie Gedudel geweckt und konnte bei 17 Minuten Gitarrensolo nicht mehr einschlafen. Na Prima. Dann wollen wir mal se-hen was die Slowakei heute so bringt. Pennen tun wir aber wieder bei Max in Wien. Also nachts noch zurück fahren. Hof-fentlich machen die an der Grenze keinen Streß. In der Nacht noch 'ne Aktion mit Bus ein- und aus laden usw. wäre ziemlich daneben. Auf der Hinfahrt geht's an der Grenze zumindestens schon mal gut. Passkontrolle auf Österreichischer sowie Slo-wakischer Seite. "Wo wollen Sie hin?" "Bratislava." Das war's. Ist von der Grenze aus auch nicht mehr so weit. Als wir am Babylon Music Club ankommen bin ich erst mal mächtig überrascht. Bin von irgend'ner Bruchbude ausgegangen. Der Laden ist riesig, modern. So sauber, daß man keine Kippen auf den Boden werfen mag. Ewig hohe Decke. Gegenüber der Bühne eine Tribüne auf der zusätzlich noch ein paar hundert Leute Platz haben. Amtliche P.A. mit großer Crew. Einer von den Jungs spricht ganz gut englisch. Er fungiert dann auch als Übersetzer für die restliche Mannschaft. Ganz witzig. Scheinen recht in Ordnung zu sein. Sind auf jeden Fall ziemlich bemüht und sehr bei der Sache. Die Bühne hat den Größenverhältnis-sen des Clubs entsprechende Ausmaße. Soundcheck geht flott. Hab ein gutes Gefühl für den Abend ... Eine lokale Band sup-ported. Die ersten Leute kommen so nach und nach. Sitzen zum Großteil an Theke und ein paar Tischen gegenüber der Bühne. Bin mir gar nicht mehr so sicher ob wir diese Audience noch bewegen können. Die Vorband hört überraschend früh auf. Kurzer Umbau. Los geht's. Es wird voller. Die Leute vertei-len sich über den gesamten Laden. Die Stimmung ist wie aus-gewechselt. Werden ziemlich abgefeiert. Mit dem reichlichen Platz auf der Bühne macht's noch doppelt Laune! Rock'n'Roll! Großartig. Leider bekommt Steff mit seiner Gitarrenanlage Pro-bleme. Wir spielen "data transmission party" und die Gitarre ist weg. Sehe Steff schwitzender Weise versuchen das Ding wie-der in Gang zu bringen. Blicke zu Lotte. Wir spielen den Groove einfach weiter. Auf Steff's Seite rührt sich immer noch nichts. PamP improvisiert irgendwas wie "... waiting for the guitar man ...?" Den Leuten scheint's auf jeden Fall zu gefallen. Gröhlen und tanzen. Dauert irgendwie ewig bis Steff den Fehler findet und einsetzt. Jetzt ist die Meute völlig aus'm Häuschen. Eine Improvisation 3 oder 4 mal so lang wie das eigentliche Stück, so kann man den Abend natürlich auch rumbringen, aber ir-gendwie nicht schlecht, sollten wir öfter machen.
Während Tim's Set bleiben wir im Backstageraum, direkt hinter der Bühne. Kommt mir dann sehr kurz vor bis wir wieder ge-meinsam spielen. Nochmal ziemlich geil. Wir könnten wahr-scheinlich ewig Zugaben spielen, aber nach one chord wonders is Schluß. Nach kurzem CHILL OUT, überraschend gutem CD-Verkauf und ner Autogrammsession, packen wir zusammen und brechen auf.
Grenze Slowakische Seite: kein Mensch. Die Österreicher sind dafür present und schauen schon genauer. Dauert etwas bis sie uns die Pässe wieder geben, machen aber ansonsten kei-nen Streß. Is natürlich spät als wir in Wien ankommen. Kerni scheint mir verständlicher Weise ganz schön erledigt. Ist ja auch lang genug gefahren. Er lässt uns an Max's Wohnung raus. Wir haben 'nen Schlüssel für's Haus, leider nicht für den Aufzug. Vier Stockwerke über die Treppen ... besser als ein Fitness Studio.

Freitag, 8.10.04
Kerni und Tim schlafen am nächten Tag etwas länger. Wir bekommen mittags Bescheid, daß sie noch ein- zwei Stunden brauchen. Haben so Zeit um in Wien etwas spazieren zu gehen. Sind ja Mitten im Zentrum. Ist auch sehr angenehm mal was anderes als Bus und Backstageräume zu sehen. Wir woll-ten eigentlich noch Max und Family an Ihrem neuen Haus, bzw. der Baustelle, besuchen. Die sind gerade am Bauen, eine halbe Stunde von Wien entfernt. Würde auf'm Weg liegen. Kommen dann aber doch etwas zu spät los und fahren direkt nach Steyr. Haben dafür aber einen erholten Busfahrer und sind pünktlich am Röda. Wieder 'ne sehr schöne location. Natürlich nicht die Ausmaße vom Babylon aber auch groß. Super P.A. Guter Tontechnicker. Geile Bühne. Backstage wieder genau dahinter. Optimal. Die Küche mit Catering, Schlafraum und Bad sind auf der anderen Seite vom Gebäude. Durch den Saal und die Kneipe, dann vorbei an Büroräumen und einem kleinen Veranstaltungsraum. Also schon ein Weg. Ich baue mein Zeug auf der Bühne auf. Kerni und AnnDee kümmern sich um die Kla-motten. Kleidersäcke backstage. Die Taschen schon mal hinter in die Küche. Ich brauche meine Tasche backstage. Mach mich also auf den Weg durch den Saal, Kneipe, vorbei an den Büro-räumen, dem kleinen Veranstaltungsraum zur Küche, um dort meine Tasche zu holen. Finde sie nicht. Gehe die Treppen hoch in den Schlafraum. Dort ist schon mal Steff's Tasche. Meine allerdings nicht. Gehe zurück. Vorbei an den Büros, dem kleinen Veranstaltungsraum, durch die Kneipe, den Saal vor zur Bühne. Frage Kerni und AnnDee nach meiner Tasche. "Wir ha-ben alles nach hinten", bekomme ich zu hören. "Die muß da sein!". Ich mach mich gemeinsam mit Kerni auf den Weg durch den Saal, die Kneipe usw. zur Küche um festzustellen, daß die Tasche wirklich nicht da ist. Ich gehe also mit Kerni zurück am kleinen Saal vorbei, den Büroräumen ... zur Bühne. Würde ei-gentlich gerne mit Soundcheck beginnen. Vielleicht liegt meine Tasche ja doch noch im Bus. Den hat Kerni aber schon außer-halb des Geländes geparkt, da er über Nacht hier nicht stehen bleiben kann. Wir gehen also zum Bus (bißchen Frischluft kann auch nicht schaden...) und entdecken auf der Rückbank: meine Tasche. Zurück zum Club. Soundcheck. Essen. Dann gut Zeit. Sollen vor 22.00 h nicht anfangen. Die Leute kommen hier im-mer später auf die Konzerte, bleiben dafür aber auch immer länger, erfahre ich. Bißchen relaxen also. Trage noch genügend Wasser von der Küche in den Backstageraum (den Weg kennen wir ja mittlererweile). Dort ist fast nur Bier. Kommt wahrscheinlich nicht so oft vor, daß die Band auch was anderes trinkt. Beim Gig ist der Sound auf der Bühne leider nicht so op-timal. Unten muß er ziemlich gut sein, meinen Tim und Kerni aber später. Ein paar pogende Kids. Der Rest steht noch recht entspannt rum. Wir bleiben wieder hinter der Bühne während Tim spielt. Is auch sehr komfortabel dort. Tim's Stimme klingt sogar da hinten fantastisch. Super sound. Wirklich dumm, daß er vorher auf der Bühne so schlecht war. Leider kapieren die Kids nicht genau um was es bei Tim's Akustik-Set geht. Schade eigentlich. Mit elektrischer Unterstützung von uns können sie dann scheinbar mehr anfangen ...
Wir können unsere Sachen anschließend auf der Bühne stehen lassen und am nächsten Tag abbauen. Fahren müssen wir auch nicht mehr. Dann können wir's ja mal richtig krachen las-sen. Sind zuerst noch in der Kneipe, verlegen dann unsere Party hinter in die Küche und feiern ziemlich lange ab. Bin auch mächtig betrunken irgendwann. Steff mit dem ich mir noch den ein oder anderen Wodka genehmige, meint am nächsten Tag: "Zum Glück hab ich keinen Schnaps mehr getrunken." Na da kann er mal froh sein! Lotte hat Alles nüchtern beobachtet und findet das natürlich zum brüllen.

Samstag, 9.10.04
Es ist richtig kalt geworden über Nacht. Muß auch ziemlich was geregnet haben, leicht nieseln tut's immer noch. Ist ziemlich trist auf der Fahrt nach St. Pölten. Im Warehouse angekommen, versuch ich mit frischem Obst, das dort reichlich vorhanden ist, wieder etwas fit zu werden. Es macht sich dann aber doch die Erkältung bemerkbar. Verdammt! Das sind richtige Niesattak-ken. So'n Schnupfen ist auf der Bühne auch immer besonders angenehm. Das Warehouse ist, wie der Name schon sagt, 'ne alte Lagerhalle in einen geilen Club verwandelt. Aber halt auch große kalte Räume. Wir drehen im Backstageraum ersteinmal die Heizungen auf, was dann schon fast zu viel des Guten ist. Es tauchen dann auch jede Menge Leute auf die irgendwie zu Kerni und den Sceptics gehören. Die Jungs sind ja aus St. Pölten. So wird's dann trotz großem Raum doch wieder ganz schön eng. Es gibt noch einen weiteren Raum, den gönnen wir aber Tim als Private-Backstage. Wir sollen heute nicht vor halb elf anfangen. Wenn wir noch 'ne Woche auf tour wären, würden wir wahrscheinlich nicht vor halb zwei anfangen. Also der Backstageraum ist proppenvoll. Hinter der Bühne ist mit den riesen Lagerräumen ewig Platz, aber halt kalt. PamP findet so einen Street-Roller oder wie auch immer diese Teile heißen. Kurvt völlig begeistert alles ab. Da wird's ihm zumindestens warm. Gibt aber auch ein gutes Bild ab. Bin dafür; daß er so "born to be wild"-mäßig auf die Bühne fahren sollte. Die Zeit vergeht dann doch ziemlich schnell. Sind glaub ich etwas über 200 Leute mittlerweile da. Als wir anfangen zieht es von den Lagerräumen her so durch, daß ich die ersten Stücke noch nicht richtig warm werde. Der Sound auf der Bühne ist nicht unbedingt der Hit. War eigentlich beim Soundcheck mal wieder viel besser. Hilft ja nix. Es muß gerockt werden! Wir hören da-nach auch, daß der Sound unten ziemlich geil war. Das Set mit TV wird dann noch zum kleinen Finale. Kerni steht aufeinmal mit Tambourine neben mir, klopft und singt die Refrains mit. Gute Party. Gelungener Abschluß unseres Kurz-trips. Im No-vember geht's in Deutschland weiter. Dann auch etwas länger. Bin erkältungsbedingt für die Pause jetzt ganz dankbar.
Bis dann mal wieder. Vielleicht sieht man sich ja.

Gruß, Ralf Dee

           

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