Ralf
Dee's
Garden Gang Tour-Tagebuch
TV
SMITH & GARDEN GANG Bloody X-Mas Tour 2003
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Die
Tour aus der Sicht des Garden Gang Bassisten.
Es
ist Samstag, 6.12.03.
Wir sind auf der Autobahn. Haben unseren ersten Tour-Tag
hinter uns. Gig in Viersen gestern. Ohne TV. Haben
wir ziemlich kurzfristig noch ausgemacht. Waren arg
spät dran, da wir noch ewig im Stau gestanden
sind. Dafür haben wir uns heute die lange Anfahrt
erspart. Wir holen jetzt TV (oder einfach Tim) in
Düsseldorf ab. Dann weiter nach Grünberg.
Sind mit zwei Autos unterwegs. PamP und AnnDee im
Kastenwagen, mit dem größten Teil des Equipments.
Lotte, Steff und Ich im Opel-Kombi. Tim wird anschließend
bei PamP mitfahren und AnnDee sich zu uns gesellen.
Die Suche nach der location in Grünberg ist dann
ziemlich unterhaltsam. Liegen diesmal aber noch gut
in der Zeit, was bei uns ja nicht immer der Fall ist.
Da das Clou durch die vielen Einbahnstrassen in der
Altstadt nicht gerade einfach zu finden ist (ich lese
dann auch irgendwo: die Kneipe am falschen Ende der
Stadt), halten wir am Ortsrand kurz an. PamP will
sich übers handy von Rock'n'Rolf (unse-rem Veranstalter
und mittlererweile guten Freund) lotsen lassen. Während
er telefo-niert, hält neben uns ein ortskundiger
Autofahrer, fragt wo wir denn hin wollen, und meint
freundlichster Weise, daß wir ihm einfach hinterher
fahren sollen. PamP telefoniert im Auto vor uns immer
noch und bekommt von all dem nichts mit. Der freundliche
Autofahrer will an PamP vorbei, damit er vorrausfahren
und uns den Weg zeigen kann, doch PamP fährt
im selben Moment los. Am Telefon weiterhin Rolf. Unser
Guide hupt. Will PamP auf sich aufmerksam machen.
Der völlig erschrocken. Fühlt sich bedroht.
Gibt Gas. Der Guide und wir hinterher. Steff versucht
PamP anzurufen, um ihm die Lage zu erklären.
Der telefoniert weiterhin mit Rolf. Keine Verbindung.
Unser Lotse will dann in der Innenstadt PamP überholen.
Ist knapp hinter ihm. Hupt wieder. Wir hupen auch.
PamP erschrickt noch mehr. Will flüchten. Wäre
richtig abgebogen, fährt dann aber in die falsche
Richtung. Wir fahren unserem Guide weiter hinterher.
Sind sofort am Clou und sehen wie Rolf vor'm Laden
telefoniert. Mit PamP natürlich. Nachdem alle
Bescheid wissen, sind wir letztendlich wieder vereint.
Jetzt klappt auch alles wunderbar. Soundcheck, Essen,
22.30 h gig. Das Haus rockt! Wird ziemlich spät
bis wir mit Tim dran sind (Wir spielen wie bei jeder
gemeinsamen Tour mit ihm, erst unser Set, dann nach
seinem Akkustikgig noch ein paar Songs zusammen).
Wir werden dann bei Bärbel und Timo untergebracht,
die bereits im Herbst, als wir hier mit den Lurkers
spielten, unsere Gastgeber waren. Wir kennen uns also
auch schon besser und sitzen dort noch 'ne ganze Weile
bei ein paar Bierchen zusammen.
Bärbel regt sich furchtbar auf, daß Timo
TV so vollquatscht (der hat ihn ja gerade erst kennen
gelernt)."Du reddest die ganz Zeit und deh sacht
keh Wort." Timo meint:"Wir verstehe uns
hervorragend!" Ich beobachte hin und wieder das
Geschehen. Kann sein, daß Tim im hessischen
Durcheinander nicht alles mitbekommt. Sein Deutsch
ist mittlererweile aber wirklich hervorragend. Er
notiert sich hin und wieder etwas. Timo fragt Ihn:"Hast
du jetz ä lied übbe mich geschriebbe?"
Wir sind natürlich alle davon überzeugt,
daß der nächste Song Timo gewidmet sein
wird...
Am nächsten Tag müssen wir nur bis nach
Kassel fahren. Wir brechen also erst gegen 16.00 h
in Grünberg auf und kommen zeitig an. ARM nennt
sich die location.
Sind zum erstenmal hier (waren im Mai in der Barracuda
Bar). Ziemlich cooler Laden. So'n Gewölbe, einfach
geil! Wir können gleich essen, was wir natürlich
aus-nützen und uns mal anständig die Mägen
vollschlagen. Paar Stunden vor'm Gig halt optimal.
Zum Aufbauen haben wir auch schön Zeit. Steff
kann seine zweite Gitarren-box nicht ganz an die Wand
schieben, da dort eine kleine Getränkeablage
befestigt ist. Er schlägt vor diese abzumontieren.
Vier Schrauben. Mit 'nem Akkuschrauber gleich passiert.
Ich meine er sollte erst mal fragen ob das o.K. ist.
Steff geht zu so 'nem Typ, von dem er annimmt, daß
er irgendwie hier arbeiten und Bescheid wissen würde.
Der ist aber etwas sonderbar. Ede (unser Veranstalter)
hatte mich bereits unterrichtet: "Denkt euch
bei dem mal nichts. Der hängt hier immer so rum."
Steff kommt zurück und meint: "Hat der überhaupt
was zu melden hier?" "Nö, hätt
ich dir eigentlich gleich sagen können. Was meinte
er denn?" Nachdem Steff ihn gefragt hat ob er
das Brett weg schrauben dürfte, antwortet dieser:
"RECHT HAST DU, ALTER!" Damit ist uns natürlich
geholfen. Wir kommen dann auf die glorreiche Idee
die Rollen aus der Box zu schrauben. Dadurch passt
sie unter die Ablage und das Platzproblem ist gelöst.
Lost Lyrics spielen noch vor uns. Bis auf ein Gitarrentop
benutzen die unser Zeug. Großartiger Umbau bleibt
uns somit erspart. Geiler Gig dann. Kassel rockt nach
wie vor (oder mehr denn je)! Nicht übel für
'nen Sonntag. Die Leute hier mögen uns wirklich.
Unser Merch bestätigt das dann auch.
Pennen tun wir wieder bei Ede. Tim bei Steffen von
Lost Lyrics (den kennen wir auch schon länger).
Wir fahren also mit einem Auto zu Ede. Ede mit eingeschlossen.
Sind also zu sechst. Ede merkt, daß seine Freundin
den Hausschlüssel hat. Die ist wahrscheinlich
in der Mutter (Kassel's Rock'n'Roll Absturz Kneipe).
Wir haben definitiv keine Lust mehr auf party. Bleiben
im Auto sitzen und schicken Ede auf Schlüsselsuche.
Saukalt geworden inzwischen. Wissen nicht wie lange
Ede brauchen wird. Haben Bier im Kofferraum. Beschließen
alle noch eins zu trinken. Ich steig aus, hol 'ne
Runde und bin froh wieder ins eini-germaßen
vorgeheizte Auto zu steigen. Ede kommt mit stark angeschlagener
Freundin + Schlüssel doch recht bald zurück
und wir schlürfen den Rest in seiner Wohnung...
Wir fahren Montag den 8.12 so gegen Mittag dann in
Kassel ab. Müssen bereits um 16.00 h am Knust
in Hamburg sein. Soundcheck ziemlich früh diesmal,
da Jay Farrer am heutigen Abend noch in der Bar nebenan
spielt. Wir fangen erst gegen 23.00 h nach ihm an.
Der Sound auf der Bühne ist anfangs etwas seltsam.
Normal ist im Knust auch ein extra Monitormischer
(ist bei der großen Bühne sehr vorteilhaft).
Diesmal leider nur ein Techniker vor Ort. Wir machen
das Beste draus und kommen, glaub ich, ganz gut an.
Das Set mit TV macht auch wieder richtig Laune. Für
'nen Montag ist es eigentlich gar nicht übel.
Am nächsten Tag geht es nach Oldenburg. War dort
auf unserer Tour im Mai schon sehr geil. Das Charly's
ist ja normal so für die Blues-Abteilung zuständig.
Rockt aber auch diesmal wieder. Wir bekommen den Sound
ganz gut in den Griff. Backline aufreissen und ab
geht's. Macht in den kleineren Läden halt einfach
Spaß so. Wir spielen als Zugabe unser X-mas
medley. Haben das nicht mehr richtig proben können
(Mußten 'ne Woche vor der tour aus unserem Übungsraum.
Die letzte Probe wäre beinahe auch noch ausgefallen,
weil die Schlösser bereits ausgetauscht waren.).
Klappt dann aber ganz gut.
Tim hat leider mächtig Pech bei seinem Gig anschließend.
So'n Typ fliegt im Gepoge gegen sein Mikrostativ,
so dass ihm das Mikro an den Mund knallt. Das wiederholt
sich noch zweimal hintereinander. Ihm platzt die Lippe
auf. Blut. Totale Scheiße! Tim ist sichtlich
angeschlagen. Wir befürchten, daß er abbricht,
doch er fängt sich und rockt weiter
Kevin, ein Veranstalter aus Osnarbrück ist anwesend.
PamP stellt ihn mir vor. Er verabschiedet sich kurz
danach. Dann ist er aufeinmal wieder da. Auto im Parkhaus.
Parkhaus über Nacht geschlossen. Ja bestens.
Macht um 7.00 h wieder auf. Er nimmt's relativ gelassen.
Kann man zumidestens noch was trinken. Wir haben einen
übrigen Pennplatz und nehmen ihn mit. Ist wohl
besser als die ganze Nacht rumzulaufen.
Am nächsten Tag geht's weiter nach Berlin. Also
mal wieder bißchen weitere Strecke. Wild at
heart ist ja mitunter der kultigste Club und wir freuen
uns jedesmal tierisch drauf dort zu spielen. Ich stell
mir etwa 'ne Stunde vor'm gig was zu trinken auf die
Bühne und werf den Amp an. Sollen so um zehn
anfangen. Mich fragt einer: "Was spielt ihr denn
heut Abend?" Ich weiß nicht, ob der Typ
unsere sonx kennt, oder ob er wissen will was wir
für 'nen sound wir machen. Erzähl ihm mal
was von 77er punk rock. Großer Fehler! "Ha,
das ist gut", sagt er. "Und was war 78?"
(Spezialeinheit also). "77er Punk! Du bist ja
echt cool. Wie heißt ihr denn?" Sollte
mich eigentlich auf kein weiteres Gespräch einlassen.
Mal wieder den größten Penner an-gezogen.
Die suchen sich aber auch immer mich aus. Der Mann
hier ist wirklich völlig irre. Antworte trotz
allem (der nächste Fehler!): "Garden Gang."
"Was, wie?" "Gar-den Gang." "Wie?"
"GARDEN GANG!" "Was heißt das
denn?" Ich: "Garten Gang." "Ha,
das ist gut. Garten Bande also." Er hat's kappiert
(scheinbar). Ja, das ist gut, ist sein Lieblingssatz.
"Verteilt ihr denn auch Obst?" "Ja,
damit kann man uns dann bewerfen!" Jetzt legt
der Knallkopf richtig los. Erzählt mir was von
den Kirschen aus Nachbars Garten, und dass die eigenen
doch die besten seien. Wenn man selber einen Kirschbaum
hat, weiß man wovon man spricht (vor allem wenn
man einen an der Waffel hat). Dann geht's mit 'ner
story vom Kirschbaum seiner Tante weiter. Dann die
politische Abteilung. Mein lieber Mann! Dann wieder:
77er Punk, das ist gut. Ja damals, als wir noch an
vorderster Front waren. Der Vietnamkrieg passt ihm
auch noch problemlos in sein Gesülze. Spätestens
jetzt hat jeder Psychiater verloren. Dann wieder:
"Wie heißt ihr nochmal?" Wow! Ich
flüchte in den Backstage-Raum. Da es dort aber
kälter als im Club ist, wage ich mich nach ein
paar Minuten wieder hinaus, in der Hoffnung, dass
der Wahnsinnige sich noch vorne an der Theke aufhält.
Stelle mich zu AnnDee an den Merch neben dem Eingang.
Keine Frage wer kurz darauf neben mir steht. Auf kürzester
Distanz mit fürchterlicher Fahne: "Ihr verteilt
nachher auch Kirschen, oder?" Aargh! Ich gehe
wieder backstage. Zum Glück wird der Gig dann
ziemlich geil. Ulli der schnellste Tontechnicker des
Universums, hat seinen Laden perfekt im Griff. Hab
von den ersten Takten an ein ziemlich gutes Gefühl.
Doch dann findet Steff sein Gitarrenriff nicht mehr.
Wir spielen diesmal waterboy gleich nach parcel packer
ziemlich am Anfang des sets. Neue Situation. Steff
fängt an und spielt irgendwas nur nicht waterboy.
Blicke zu Lotte. Er zu mir. Auf Steff's Seite ist
es wahrscheinlich so dunkel, daß er sein Riff
einfach nicht finden kann, analysieren wir im nachhinein.
Steff überreißt es letztendlich irgendwie
und setzt zum richtigen Song an. Wir sind dann auch
wieder drauf und es läuft ziemlich gut weiter.
Am Donnerstag ist dann Chemnitz dran. Wir sind 18.00
h vor Ort und eigentlich bestens im Zeitplan. Unglaublich,
das mit der Pünktlichkeit scheint ja immer besser
zu funktionieren. Wir grüßen einen der
Jungs vom Haus, dem es sehr schwer fällt zurück
zu grüßen. "Hallo, wir spielen heut
hier." "Ist ja schön für euch."
Ah, der Spaßvogel also. Zum Glück kommt
Christoph, der Veranstalter, gleich aus der Küche
und macht uns erstmal Kaffee. Wir bauen dann unseren
Krempel auf und warten drauf, daß die Technicker
zum checken bereit sind. Gar nicht mal so unproblematisch.
Zieht sich ewig hin. Die haben's irgendwie nicht so
eilig hier. Christoph hat das Essen bereits fertig.
Ist schon kurz vor acht oder so. Wir essen. Warten
anschließend wieder bis was weitergeht. Die
ersten Leute sind natürlich auch schon da. Ist
dann letzt-endlich nach 21.30 h als wir mit Soundcheck
fertig sind. Backstage im anderen Gebäude.
Dann ist aufeinmal Hektik angesagt. Wie ich solche
Aktionen liebe! Nehme meine frischen Klamotten anschließend
mit in den Club, weil ich nach'm gig nicht wieder
rüber ins andere Gebäude flitzen möchte.
Schmeiß das Zeug hinter den Merch-Stand. Versichere
mich bei Steff, daß er sein riff dabei hat.
Wir fangen an. Läuft wunderbar. Bleib danach
gleich beim Merch und verfolge somit auch mal Tim's
komplettes Solo-Programm, was natürlich wie immer
phantastisch ist. Das Set mit uns hat sich ja mittlerweile
auch ganz gut eingespielt.
Freitag Abend dann Dresden. Bin begeistert! Bis auf
die kleinen Ausnahmen gefällt's mir immer besser
im Osten. Die Leute hier haben mit the Church einen
hammergei-len Laden eröffnet! Wir widmen uns
nach der Show auch noch ausgiebig der Party. Ulli,
der Veranstalter, sagt uns, daß es in die Bandwohnung
15 min. zu Fuß sind. Lotte fährt mit unserem
Gepäck schonmal vorraus. Wir wollen dann zu Fuß
hin gehen. Entpuppt sich aber als ziemlich weite Strecke.
Der Alkoholpegel noch dazu. Als wir endlich in der
Unterbringung sind (es ist bestimmt weit nach 5.00
h), fällt dann jeder sofort in den Tiefschlaf.
Der dauert auch bis ein Uhr Samstag Mittag an. Blöderweise
wollten wir uns da schon wieder treffen. Ulli nimmt's
gelassen. Er liegt auf der Couch im Club und ruht
sich aus. War angeblich noch länger unterwegs
als wir.
Fürth ist leider wieder bißchen weiter.
Wir haben's also definitiv eilig diesmal! Fahren am
Abend dann auch noch ewig lang in Fürth rum (wieder
so'n Einbahnstrassenchaos). Sind so gegen 19.30 h
an der location. Soundcheck erst um neun. Vor Publikum
wiedermal. Die anderen gehen essen. Mir ist es zu
knapp. Laß mir was mitbringen, für nach'm
Gig. Der Laden is mächtig überfüllt
und auf der Bühne staut sich die Hitze, noch
mehr als sonst. Bin nach drei Stücken völlig
durchnässt. Die stickige Luft macht es einem
auch nicht einfacher. Kommen ganz gut an (wir sind
zum ersten mal in der Gegend hier).
Am Sonntag drauf müssen wir dann nach München.
PamP und Tim haben dort noch zwei Radiotermine. Müssen
also wieder ziemlich früh aufbrechen. Hätten
sonst schon noch etwas mehr Schlaf vertragen können.
Wir spielen im Orangehouse, das zum Feierwerk gehört.
Läuft ganz gut dort. Ist zwar schon irgendwie
Sonntagsstim-mung aber für München eigentlich
hervorragend. PamP's Stimme ist ziemlich ange-schlagen.
"Die hab ich in Fürth gelassen", sagt
er beim Gig. Geht dann trotzdem ir-gendwie. AnnDee
und Lotte husten auch schon ganz schön rum.
Da ist der off-day am Montag wohl gar nicht so schlecht.
Wir sind ziemlich durch nach der show. Dann noch die
Kälte beim Einladen. Definitiv Winter jetzt.
Wurde schon Schneechaos für die Nacht vorraus
gesagt. Bleibt uns auf der Heimfahrt aber zum Glück
noch erspart. Bin dann auch froh zu Hause zu sein.
PamP fährt mit TV am Dienstag den 16.12 nach
Frankfurt. Tim spielt dort im Backstage einen Solo-gig.
Wir treffen uns Mittwoch Abend in Bochum wieder. Spielen
dort im Wageni wieder zusammen. Tim hatte uns schon
vorgewarnt, daß es superwinzig ist. Das ist
es dann auch in der Tat. Und wir sind ja einiges gewohnt.
Kann mich beim Gig so gut wie überhaupt nicht
bewegen. Wir sind mit Schlagzeug zu dritt auf so'm
kleinen Podest. Steff am Boden daneben. Ich steh teilweise
mit einem Bein auf diesem Teil und dem anderen auf
der Bassbox der Gesangsanlage. Mit TV zusammen dann
irgendwie dazwischen auf'm Boden. Is anstrengend,
macht aber trotzdem ziemlichen Spaß.
Wird dann auch noch 'ne ganz lustige Nacht. Erfahre
irgendwann von der WG in'ner riesigen alte Villa,
in der wir pennen. Ist nicht weit vom Wageni. Als
wir dort sind, lernen wir erstmal ein paar von den
Leuten kennen. Leicht skurriles Szenario. Kann mir
die ganzen Namen leider nicht merken. Die Hauptdarsteller
präg ich mir ein. Jochen und Randale. Die zwei
schlafen recht bald, jenseits von Gut und Böse,
auf ihren Stühlen ein. Randale macht in diesem
Zustand alles andere als einen freundlichen Eindruck.
Stellt sich am nächsten Tag aber raus, daß
er total in Ordnung ist! Er wacht dann irgendwann
in den Morgenstunden wieder auf. Sieht ziemlich finster
aus. Macht sich erstmal'n Bier auf. Dann 'nen Kümmerling
hinterher. Ich sag zu PamP, der schon in sich rein
schmunzelt: "Pass auf, der packt jetzt seinen
Aktenkoffer und geht ins Büro." "Ja
genau." Ich wundere mich dann später wer
von uns so schnarcht den hier so, das gab's ja noch
nie so heftig. Als es hell wird blicke ich auf das
Hochbett (Ich liege auf einer Matraze am Boden), in
dem Steff und Lotte liegen. Dann sehe ich dazwischen
zwei Springerstiefel, die sich kurz bewegen. Wer liegt
da denn? Steff erzählt mir später, daß
er irgendwann einen Ellenbogen im Kreuz spürte
und realisierte, daß es sich Randale neben ihm
gemütlich macht. Mal gut, daß ich mir den
Platz am Boden ausgesucht hab. Wir verbringen den
ganzen Donnerstag noch in Bochum. Können 'ne
Nacht länger in der Villa bleiben, was ziemlich
cool von den Leuten hier ist. Tim probt mit seiner
Band in Düsseldorf für den gig im Tor 3
am Freitag. Wir machen uns noch 'nen gemütlichen
Abend mit Jochen & co.
Freitag eröffnen wir dann im Tor 3. Großer
Laden, straffer Zeitplan. Wir sollen so um 18.00 h
dort sein. Uns ist klar, daß wir evtl. ohne
Soundcheck spielen. Wir sind pünktlich. Tragen
unsere Taschen und Instrumente rein. Backline steht.
Dann können wir nur warten. MALE, die an diesem
Abend auch spielen machen ausgiebigen Soundcheck.
Wird auch spät (nach 19.00 h) bis Tim mit seiner
Band zum checken kommt. 20.00 h Einlass. Die Parasiten
sind anschließend dran. Es ist dann so drei
Minuten vor Acht als ich meinen Bass einstöpsel.
Line-check wär zumindest noch gut. Ist auch nicht
mehr drin. Ich kann grad noch testen, ob der Bass
Amp was von sich gibt. 20.00 h Beleuchtung auf der
Bühne aus. 20.30 h anfangen. Jetzt wird's hektisch.
Backstage ist am anderen Ende der Halle. Ich mache
mich über den Laufsteg neben der Bühne auf
den Weg dorthin. Doch'n ganzes Stück da rüber.
Suche meine Klamotten zusammen. Auch ziemlich dunkel
hier. Es scheinen unzählige Taschen rumzustehen.
Finde trotzdem alles und schaffe es mich ziemlich
schnell umzuziehen. Nur eine Toilette, die natürlich
besetzt ist. Noch zehn Minuten. Bis zur Bühne
dauert's ja fast schon fünf. Bißchen warm
spielen wäre gut. Toilette wird frei. Schnell
die chance ergreifen. Dann Bass rum, ein paar mal
anzupfen und ich höre vom Techniker, daß
es losgehen soll.
Es gehtRuck Zuck und wir spielen im Tor 3. Ist auch
schon ganz gut gefüllt. Instrumental Starter.
Ich denk mir, das wird mal 'ne harte Nummer. Ich habe
einen wahnsinnig lauten, fast Lemmy-mäßigen
Basssound auf der Bühne. Eigentlich geil, aber
ich höre kein Schlagzeug und kann die Gitarre
nur erahnen. Drehe den Bassamp nach unserem Intro-Stück
dann zurück und wir kriegen den Gig ganz gut
auf die Reihe.Genieße es dann TV mit Band, inclusive
VOM RITCHIE von den Hosen am Schlagzeug, zu lauschen.
Ist mal entspannend selber nicht mehr raus zu müssen.
Die Show gefällt mir auch ziemlich gut dann.
Wir verabschieden uns anschließend von Tim &
Co. und fahren zur Übernächtigung nach Viersen.
Das war dann auch der letzte gemeinsame Gig der bloody
x-mas tour. TV spielt Samstag noch solo in Stolberg.
Wir in Karlsruhe und Sonntag nochmal in München.
Im Mai werden wir übrigens mit JOHN PLAIN von
den BOYS auf Tour gehen und mit TV SMITH sind wir
im Juni in der Schweiz unterwegs.
Vielleicht sieht man sich irgendwo
ja, ja,
touring, touring, never boring
So long, Ralf Dee
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